Berliner Luft

Ich liebe Berlin. Ateliers, Galerien, Mode und Architektur, Design, schillernde Bars und Restaurants und natürlich die faszinierende Geschichte dieser wunderbaren Stadt – Berlin inspiriert mich bei jedem Besuch auf’s Neue. Der pulsierende Mix aus aktuellen Trends und Vergangenheit im Herzen einer Stadt, die fast 30 Jahre lang geteilt war, wirkt wie ein Sog auf mich. Nach jedem Besuch in der Hauptstadt stecke ich voller Ideen und fühle mich in eine Art Aufbruch-Stimmung versetzt. Berlin hat so viel zu bieten und bewegt auf eine ganz besondere Weise. Wie schön, dass man sich ab sofort ein weiteres Stück Berliner Geschichte nach Hause holen kann.

Selbstverständlich meine ich an dieser Stelle nicht ein Stück der Berliner Mauer im Acrylkästchen oder ein Ampelmännchen. Es ist vielmehr die typische Berliner Luft, für welche die Hauptstadt an der Spree bekannt ist. Nicht diese aus der berühmten Dose, sondern Berliner Luft aus edlen, markanten Glasflakons von J.F. Schwarzlose Berlin. Eine Marke, die 1976 aus dem Handelsregister gelöscht wurde und seit Jahrzehnten vom Markt verschwunden war. Der bekannte deutsche Industrie- und Produktdesigner Lutz Herrmann entdeckte J.F. Schwarzlose während einer beruflichen Recherche wieder. Für Herrmann war es Liebe auf den ersten Blick. Zusammen mit Véronique Nyberg und Tamas Tagscherer belebte er die Marke neu, die längst vergessen schien. Was 1856 von Klavierbauer Joachim Friedrich Schwarzlose für seine Kinder als Drogeriehandel am Gendarmenmarkt in Berlin gegründet wurde, wuchs im Laufe der Jahre zum Nabel der Berliner Parfumwelt heran und durfte sich um 1900 sogar „Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs“ nennen. Hübsch verpackt in romantischen Glas- und Kartonverpackungen bot J.F. Schwarzlose Söhne eine breite Palette edler Düfte und Toilettenartikel an. Egal ob duftende Puder oder Brillantine, elegant geschmückte Flakons, limitierte Sondereditionen oder wundervoll verpackte Geschenkkartons, bei J.F. Schwarzlose Söhne versorgte sich jedermann mit dem Hauch von Luxus, der den Duft der großen, weiten Welt trug.

Zur Jahrhundertwende erschien der Duft 1A-33, ein Verkaufsschlager, in einem schlichten Glasflakon im Art-Déco-Stil. Den Namen hat das Parfum dem Automobilkennzeichen für Berlin zu verdanken. Das Schenken von Drogerieware wie Pudern, Seifen und besonderen Parfums galt als weltgewandt und schick. Auf diesem Wege wurde das Berliner Unternehmen weltbekannt, sogar der letzte Kaiser von China war Fan der luxuriösen Düfte von J.F. Schwarzlose Söhne.Selbstredend, dass exklusive Düfte natürlich auch ebenso exklusive Verpackungen brauchten und so veredelten ab 1911 noble Flakons von Cristalleries Baccarat die berühmten Eau de Parfums aus Berlin. Das war wohl angemessen. Eine der wie ich finde schönsten Ideen war allerdings ein Parfumautomat, der in der englischsprachigen Welt auf den Markt kam. Für einen Cent konnte man sich einen von vier Düften von J.F. Schwarzlose Söhne auf ein Taschentuch sprühen lassen.

Dank eines Zufalls steigt J.F. Schwarzlose nun wie ein olfaktorischer Phoenix aus der Asche. 2012 wurde die Marke aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst und verbindet alte Tradition mit Kreativität und Extravaganz. Neuerschaffen für Kenner, Genießer und Individualisten sind die Düfte von J.F. Schwarzlose Berlin souverän und selbstbewusst, kosmopolitisch und zeitgeistig, originell und authentisch, jenseits jeder Mainstream-Attitüde.

Als Hommage an die Geschichte der alten Berliner Marke und im Zuge der Neuauflage, knüpfen die beiden ersten neuen Kreationen 1A-33 und Treffpunkt 8 Uhr an alte Erfolge an. Die Eau de Parfums sind ein Inbegriff der Schwarzlose Klassiker und der typischen Berliner Luft. Dabei sind sie zugleich Rock’n’Roll und Bohemien. Wenn mir der Duft von 1A-33 mit Noten wie Jasmin und Lindenblüten in die Nase steigt, schließe ich die Augen und sehe vergilbte schwarz-weiß Bilder von Herren mit Hut und Damen mit Sanduhrsilhouetten, die durch Berlin flanieren, Pferdekutschen und die ersten Autos, welche das Straßenbild prägen und in meinen Ohren rauscht knisternde Musik aus einem Grammophon. Was für ein herrlicher Duft Berliner Luft!

Herzlichst Ihre,

Annika Fromm

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